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KONG: SKULL ISLAND

(USA, 2017, Buch: Dan Gilroy u.a.,

Regie: Jordan Vogt-Roberts)

Und mal wieder ein Ausflug in die feingeistigen Gefilde des cineastischen Kosmos: der Monsterfilm. King Kong war schon immer ein eher tragisches als böses Monster, und so ist es auch in seinem jüngsten Leinwandauftritt „Kong: Skull Island“. Der Film spielt nicht wie sonst in den 1930ern, es gibt keine Frau in Weiß und es wird kein einziges berühmtes Gebäude in New York erklommen – stattdessen ist die Geschichte 1973 angesiedelt, nach der Aushandlung des Waffenstillstandsabkommens im Vietnamkrieg, und spielt ausschließlich auf Kongs titelgebender Heimatinsel.

     Eine bunt zusammengewürfelte Truppe (Wissenschaftler, Soldaten, Antikriegsfotografin, Abenteurer) begibt sich dorthin, trifft auf eine furchterregende Menge an überdimensionalen Monstern, auf einen im 2. Weltkrieg auf der Insel gestrandeten Piloten (John C. Reilly), auf einen Stamm Ureinwohner und auf die eigenen inneren Monster. Nach dem ersten Zusammenstoß mit King Kong werden die Expeditionsmitglieder in kleinen Grüppchen voneinander getrennt, und müssen erst einander und dann den Weg zum anderen Ende der Insel finden, wo sie wie vereinbart für den Rückweg in die Zivilisation aufgesammelt werden, wenn sie ihr Ziel rechtzeitig erreichen.

     Auf diesem Spannungsparcours muss gegen diverse eklige Kreaturen gekämpft werden, und die Verluste sind hoch, aber das ist fast egal, weil einen die Figuren ziemlich unberührt lassen. Vor allem muss aber der Weg zur Erkenntnis zurückgelegt werden, dass King Kong zwar auch sehr groß und furchteinflößend, aber eigentlich der Beschützer aller kleineren Wesen auf der Insel ist.

     Auch hier ist es eine Frau (Brie Larson), die eine Verbindung zu King Kong herstellt – woher kommt diese bedenkliche Anziehungskraft zwischen Riesenaffen und Frauen? Ist das so ähnlich wie die merkwürdig innige Beziehung zwischen manchen kleinen Mädchen und Pferden? Auch die hat sich mir nie wirklich erschlossen und es ist in beiden Fällen vielleicht besser, nicht näher über tieferliegende Bedeutungen nachzudenken.

     Neben den reinen Schauwerten stellen Monsterfilme gerne die Vormachtstellung des Menschen und seinen Umgang mit der Natur in Frage. Auch „Kong: Skull Island“ gibt sich zivilisationskritisch und reiht die Menschen blutig-eindeutig in eine Nahrungskette ein, in der sie nicht die Krönung der Schöpfung sind. Dass sie diesen Titel ohnehin nicht verdient haben, wird anhand des militärischen Anführers (Samuel L. Jackson) verhandelt, der nach dem (für ihn) unbefriedigenden Ende des Vietnamkriegs noch trigger-happy ist und in einem persönlichen Rachefeldzug gegen Kong zur eigentlichen Bestie mutiert. Damit ist dann endgültig der Bogen zu „Apocalypse Now“ geschlagen, der schon anklingt, als der Schwarm Militärhubschrauber in die Insel eindringt. Indem zwei Hauptfiguren ‚Marlowe‘ und ‚Conrad‘ benannt sind, wird auch auf „Heart auf Darkness“ selbst angespielt, aber für einen Ausflug in die Kolonialismuskritik findet dann doch ein bisschen zu viel Humor auf Kosten der indigenen Inselbewohner statt.

     Dass sich „Kong:Skull Island“ hauptsächlich dem Spektakel widmet, ist dem Film eigentlich nicht vorzuwerfen, es ist ja schließlich ein Monsterfilm. Aber es ist enttäuschend, dass er dabei ausschließlich auf komplette sinnliche Überwältigung setzt. Monster und Action sind zwar visuell überzeugend, müssen sich dann aber über die Länge des Films immer weiter übertrumpfen, so dass sie irgendwann nur noch grotesk erscheinen. Bereits die Eingangssequenz (John C. Reillys Ankunft auf der Insel) wirkt wie ein Videoclip und fast ironisch überzeichnet, und so ist auch der gesamte Film eher eine gestückelte Aneinanderreihung von teilweise gelungenen Szenen. Dazu kommt, dass über die Actionszenen dröhnende Musik gelegt wird – es ist natürlich verlockend, den 60er-/70er-Jahre Soundtrack ordentlich krachen zu lassen, aber „Guardians of the Galaxy“ hat deutlich besser demonstriert, wie man die Musik gewinnbringend in den Vordergrund stellt.

     Der Humor des Films stammt aus der „Top Gun“-Schule der markigen Sprüche, aber ein weiterer Schauwert ist immerhin Tom Hiddleston, der hauptsächlich heroisch auf Klippen herumsteht und dabei eine gute Figur macht.

- Lieber nochmal „Die Reise zum Mittelpunkt der Erde“ (1959) schauen und sich kindlich-nostalgisch an fiesen Monstern aus der Urzeit erfreuen.

20.3.17 15:45

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